Welches Kältemittel eignet sich wofür?

Welches Kältemittel wann einsetzen, das ist hier die Frage!

           

 

 

Von Claudio Müller, Leiter Technik Klima/Kälte,  1.9.2017, Münsingen

Wenn es um die Wahl des richtigen Kältemittels geht, dann ist der Anwendungszweck entscheidend. Klar ist, dass dabei ökologische Aspekte und das Gefahrenpotenzial genauso zählen wie die Energieeffizienz und die Wirtschaftlichkeit.

Kältemittelwahl aus Sicht der CTA

Vorneweg: Es gibt nicht das einzig richtige Kältemittel. Je nach Anwendungszweck gibt es mehrere geeignete Kältemittel. Aus ökologischer Sicht kämen nur natürliche Kältemittel oder solche mit einem niedrigen GWP-Wert in Frage. Das greift aber zu kurz: eine Anlage muss auch energieeffizient und wirtschaftlich sein. Nicht ausser Acht zu lassen sind die möglichen Gefahren oder Gesundheitsrisiken unter den vorliegenden baulichen Gegebenheiten.

Möglichst umweltverträglich

Es ist allgemein bekannt: Treibhausgase haben einen Einfluss auf die Erderwärmung. Kältemittel sind zu einem bestimmten Mass daran beteiligt – in unterschiedlichen Stärken. Kältemittel werden nach ihrem Treibhauspotenzial bewertet und mit dem GWP-Wert eingeteilt. Als Basis für den GWP-Wert wird der Bezug zu Kohlenstoffdioxid CO2=1 angewendet. Bei der CTA nehmen wir die Erkenntnisse über die ökologischen Auswirkungen sehr ernst. Wir streben danach, dass wir möglichst umweltschonende Kältemittel anwenden und die Anlagen äusserst energieeffizient, wirtschaftlich und sicher sind.

Kältemaschinen…

Bei Kältemaschinen für die Erzeugung von Kaltwasser zur Klimatisierung oder für Prozessanwendungen variiert der Leistungsbereich von wenigen Kilowatt bis hin zu mehreren Megawatt. Im Vergleich zur Kälteleistung brauchen diese Geräte geringe Kältemittel-Füllmengen. Das entschärft das Kriterium, ein ökologisch gut geeignetes Kältemittel einzusetzen - und trotzdem verfolgen wir diesen Weg.

…mit HFO

Gute Erfahrungen machen wir im gesamten Leistungsbereich mit HFO-Kältemitteln wie zum Beispiel R-1234ze. Diese Stoffe zeichnen sich aus durch ein äusserst geringes Treibhauspotenzial (GWP) von weniger als 10, haben eine hohe Effizienz, eine einfache Bauart und eine gute sicherheitstechnische Beherrschbarkeit bei einem attraktiven Kosten/Nutzen-Verhältnis. Noch sind hier nicht alle Komponenten verfügbar: speziell im kleineren Leistungsbereich fehlen preiswerte Scroll-Verdichter.

…mit natürlichen Kältemitteln

Kältemaschinen können unter Berücksichtigung weiterer Sicherheitsaspekte sehr wohl mit natürlichen Kältemitteln gebaut und betrieben werden. So bauen wir Kältemaschinen mit R-290 (Propan, C3H8) für die Aussenaufstellung und solche mit R-717 (Ammoniak, NH3) für die Aussen- oder Innenaufstellung.

Grosswärmepumpen

Für Wärmepumpen im mittleren bis grossen Leistungsbereich gilt mehrheitlich das bei den Kältemaschinen genannte. Auch hier haben wir breite Anwendungserfahrungen mit HFO-1234ze. Bei grossen Leistungen verfolgen wir auch den Einsatz von R-717. Für das Erwärmen von Brauchwarmwasser machten wir gute Erfahrungen beim Einsatz von R-744 (Kohlendioxid, CO2).

Wärmepumpen im Bereich EFH/MFH

Wärmepumpen für kleine Leistungen und Anwendungen im Wohnbereich müssen weiter differenziert werden: Schlüsselfaktoren sind hier die Art der Wärmequelle und der Aufstellungsort. Ein guter Standard ist das Kältemittel R-410A. Als umweltschonendere Alternativen könnten künftig verschiedene Kältemittelgemische auf Basis von HFO- und HFKW-Kältemittel in Frage kommen, da diese ein reduziertes Treibhauspotenzial aufweisen. Weil aber zusätzliche Sicherheitsaspekte berücksichtigt werden müssen, haben diese Stoffe erst noch erfolgreiche Tests in der Anwendung zu bestehen. Etwas einfacher wird die Wahl bei aussenaufgestellten Wärmepumpen. So haben sich verschiedene Konzepte mit R-290 erfolgreich bewiesen.

Split-Klimaanlagen

Klimaanlagen in gespliteter Ausführung sind oft im Publikumsbereich installiert. Die Sicherheit spielt darum eine tragende Rolle, die Auswahl an alternativen Kältemitteln ist eingeschränkt. R-410A gilt als bewährter Standard.
Alternativ steht R-32 für verschiedene Gerätereihen zur Verfügung. Seine Vorteile sind eine reduzierte Füllmenge und eine gute Effizienz. Berücksichtigt werden müssen aber die höheren Verdichtungsendtemperaturen und das grössere Gefährdungspotenzial. R-32 wird gemäss Druckgeräterichtlinie in Fluidgruppe 1 eingeteilt.

 

Kältemittelübersicht je nach Anwendung

  Stand der Technik Alternativen synthetische
Kältemittel
Alternativen
natürliche Kältemittel
Wärmepumpen      
Luft-Wasser Innenaufstellung R-407C, R-410A R-448A, R-449A, R-450A -
Luft-Wasser Aussenaufstellung R-407C, R-410A R-448A, R-449A, R-450A R-290
Sole-Wasser R-410A HFO/HFKW-Gemische R-290
Split-Wärmepumpen R-410A R-32 -
Brauchwassererzeugung R-134a R-1234ze, R-1234yf R-744
Kaltwassermaschinen      
Komfort R-134a, R-410A R-1234ze, R-1234yf R-290, R-717
Prozesskaltwasser R-134a, R-410A R-1234ze, R-1234yf R-290, R-717
Split-Klimageräte R-410A R-32, HFO/HFKW-Gemische -
Klimaschränke R-410A R-32, HFO/HFKW-Gemische -

 

 
X

Kontakt

CTA AG
Hunzigenstrasse 2
CH-3110 Münsingen
031 720 10 00
info@cta.ch – international@cta.ch

CTA auch in Ihrer Nähe

An acht Standorten in der ganzen
Schweiz präsent.
In Zusammenarbeit mit weiteren Partnern in Europa.

AGB

Allgemeine Geschäftsbedingungen
Conditions Générales
General Terms and Conditions of Business